CDU- und FDP-Nachwuchs in Leipzig verharmlosen Neonazis

Die Junge Union Leipzig und die JungLiberale Aktion Leipzig haben sich einem Wahlaufruf verweigert, der die jungen LeipzigerInnen auffordert ihre Stimme am 10.4.2005 einem/ einer Oberbürgermeister-Kandidat/ in der demokratischen Parteien und nicht der NPD zu geben.
Während PDS-Jugend, Jusos, Grüne Jugend, DGB-Jugend und der StudentInnenrat der Uni Leipzig sich für eine weltoffene, lebendige Stadt, in der sich alle frei und sicher entfalten können und zwar unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung, positionieren, was ganz deutlich dem Weltbild der rechtsradikalen NPD widerspricht, wollen JU und JuliA gegen Extremismus von links und rechts vorgehen.
Diesem gleichmacherischen Passus liegt ein geschichtsrevisionistisches Weltbild zugrunde, welches die einzigartige Grausamkeit des Nationalsozialismus relativiert.

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Der Wahlaufruf von DGB-Jugend, Grüner Jugend, Jusos, PDS-Jugend und StudentInnenRat der Universität Leipzig

Liebe LeipzigerInnen,

am 10. April sind alle LeipzigerInnen über 18 aufgerufen, eine Oberbürgermeisterin bzw. einen Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre zu wählen.

Wir, die Jugendorganisationen demokratischer Parteien und der Gewerkschaften sowie VertreterInnen von Studierenden, rufen euch auf, von diesem Recht Gebrauch zu machen: Gebt einer Kandidatin oder einem Kandidaten einer demokratischen Partei eure Stimme!

Die NPD, mit einem Kandidaten bei der Wahl vertreten, gehört mit ihrer Ideologie nicht zu den demokratischen Parteien, da sie die Grundsätze unserer Gesellschaft und Demokratie in Frage stellt, indem sie Menschen nach Herkunft und Hautfarbe bewertet und die Gräuel des Nationalsozialismus banalisiert. Ihr Gesellschaftsideal ist selektiv, es grenzt aus und widerspricht jeglicher Vorstellung von Demokratie, indem es die Vielfalt und Freiheit von Meinung und Wahl beschränkt.

Für uns ist Demokratie jedoch noch mehr, als alle paar Jahre ein Kreuz zu machen. Eine lebendige Demokratie kann es nur geben, wenn sich möglichst viele, auch zwischen den Wahlen, für eine lebendige Stadt und Gesellschaft engagieren. Eine Gesellschaft, in der sich alle frei und sicher entfalten können und zwar unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung.

In unserer Stadt ist dies weitgehend möglich, weil es viele Menschen gibt, die sich für eine demokratische Kultur eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Beispiele hierfür sind die Montagsdemonstrationen im Jahr 1989, welche die Demokratie in Leipzig erst ermöglicht haben. Aber auch die Arbeit in Vereinen und Verbänden und die großen Demonstrationen gegen Neonaziaufmärsche in Leipzig zeugen von dem politischen Engagement der Leipziger BürgerInnen.

Deshalb: Setzt euch ein für eine lebendige und pluralistische Demokratie in Leipzig und darüber hinaus. Möglichkeiten dazu gibt es viele: in Schule, Universität oder Betrieb, in kulturellen Projekten, durch Mitgliedschaft in Vereinen, Verbänden oder einer Partei bis hin zur Teilnahme an Demonstrationen, wie am kommenden 1. Mai.

Demokratie heißt Mitmachen!