Lafontaine und Gysi im stern: Linksbündnis kann sich SPD ohne Schröder als Partner vorstellen

Die Spitzen des neuen Linksbündnisses, Oskar Lafontaine (WASG) und Gregor Gysi (PDS), streben eine Partnerschaft mit der SPD nach dem Ausscheiden von Bundeskanzler Gerhard Schröder an. Bei einem gemeinsamen Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte Lafontaine auf die Frage, ob er sich die SPD 2009 als Koalitionspartner vorstellen könne: „Eine SPD, die sich verändert, zu ihren Werten zurückkehrt, ist natürlich unser Partner.“ Gysi vertrat die Ansicht: „Ich gehe davon aus, dass sich die SPD ändern wird. In vier Jahren kann die Welt ganz anders aussehen, dann kann man über Zusammenarbeit reden. Jetzt, mit dem neoliberalen Spitzenkandidaten Schröder, geht es einfach nicht.“ meldet das Presseportal: Und was ist, wenn am Freitag Müntefering Kanzler wird?

Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    > Und was ist, wenn am Freitag Müntefering Kanzler wird?

    Dann braucht die PDS sichnur noch in SED umbenennen

    schmerzhaft Jörg

  2. Arne sagt:

    Schröder als Neoliberalen zu bezeichnen ist natürlich schon abenteuerlich. Sich dann aber auch noch bei der SPD – aus der die WASG ja letztlich erst entstanden ist – wieder anzubiedern, das zeugt einfach darum, dass es letzlich auch den Gerechtigkeitsutopisten doch nur um die Macht geht.

    Im übrigen haben Macht- und Richtungskämpfe gerade bei der Linken ja Tradition. Ist ja auch einfacher als Wahlprogramme mit echten Inhalten zu füllen.

  3. Tobias sagt:

    Mir ist schleierhaft, warum wir nach der Namens- jetzt die Koalitionsdebatte für 2005 führen müssen. Dabei gäbe es soviel zur Entlarvung der rot-grünen Marketingmanöver zu sagen. neenene, mir grauts ein bisschen vor weiteren Interviews mit den beiden…

  4. Jörg sagt:

    Auszug aus Interview Bisky – Deutschlandradio 19.06.2005

    Es gibt ja den Spruch von Ihnen: Es ist egal, ob Merkel oder Schröder die Mehrwertsteuer erhöhen. Sieht die PDS wirklich keinen Unterschied zwischen einer schwarz-gelben oder einer rot-grünen Regierung?
    Oh doch, ja, ich sehe schon Unterschiede. Das ist nicht so. Ich sage nur, in diesem Wahlkampf wiederholen wir die Fehler von 2002 nicht. Die Fehler von 2002 waren diese Zerstrittenheit, wo man nicht so recht wusste, wohin sie gehen. Der zweite Fehler war, der Osten schien vergessen. Das wird nicht passieren. Und der dritte Fehler war, wir haben uns in Konstellationsspekulationen eingelassen, das wird auch nicht sein. Wir machen eine alternative Politik auf, und wir sind nicht Anhängsel einer Partei, der SPD, die jetzt sagen, sie wollen die Agenda 2010, also die Schröder’sche Politik und Hartz VI, das wollen sie ins Zentrum der Auseinandersetzung rücken. Da wissen wir, da gibt es keine Konstellationsabsprachen, da sind wir knallhart auf Opposition, denn diese Politik lehnen wir ab.

    Das heißt auch in jedem Fall Opposition und egal, wie das dann ausgeht im September oder irgendwann – keine Koalition, mit niemandem?
    Nein. Ich gehe davon aus, wir bleiben Opposition. Eine andere Frage ist, wenn in der Politik, je nach dem, wer gewinnt, wenn dann Frau Merkel nur hinter Bush hinterher läuft, dann würde sie wahrscheinlich nie eine Unterstützung kriegen. Wenn eine SPD – Schröder wird es ja wohl nicht wieder sein – sagen würde, wir sind gegen diesen oder wie bei dem Irak-Krieg, dann würden wir sagen: Ja, das ist in Ordnung. Das ist die Unterstützung einer Sachpolitik in Einzelheiten. Aber das ist nicht eine Koalition. Ich gehe davon aus, eine gestärkte Linke wird eine richtige Opposition im Deutschen Bundestag aufmachen müssen, in einigen Jahren das Profil gewinnen, damit sie dann vielleicht Einfluss gewinnen kann, vielleicht sogar sozusagen in Richtung einer Koalition marschiert. Aber bis dahin ist ein langer Weg, und wir beginnen eindeutig und ausschließlich als starke linke Opposition.

    Deutschlandradio, 19.06.2005

  1. Sonntagsfrage Dimap Wahlprognose vom 30. Juni 2005: Linkspartei zieht Stimmen von der CDU und Rechten ab

    Da schau her. Das schwarz-gelbe Lager der Angela Merkel – Befürworter kommt in der aktuellen Sonntagsfrage von Dimap auf zusammen nur noch 51%, das rot-rot-grüne Lager der Merkel Gegner kommt hingegen schon auf 45%, liegt also inzwischen im Gegensat…