Nein zum Deutschlandhype

Liebe Menschen,

die Junge Linke.PDS Sachsen hat am 20.06.2006 die Kampagne „NEIN zum Deutschlandhype“ gestartet. Alle wichtigen Infos, Materialien etc. dazu findet Ihr hier:

1. Junge Linke.PDS Sachsen Aktion: „Nein zum Deutschlandhype!“
2. Infobroschüre mit Argumentationen (Anhang)
3. Für WM-Begeisterung ohne schwarz-rot-goldenen Plunder!
4. Nationalismus zur Fußball WM – Kein Grund zum Jubeln!
5. Presse der Junge Linke.PDS Wittenberg
6. Porsch: Bonk spricht nicht für Fraktion

Alle Infos und die Möglichkeit Materialien zu bestellen gibt es unter
www.nein-zum-deutschlandhype.de
Los gehts.

Junge Linke.PDS Sachsen
Lars Kleba
Großenhainer Straße 101
01127 Dresden
Telefon: 0351 – 85 32 7 39
Mobil: 0177 – 7 42 18 03
Fax: 0351 – 85 32 7 20
www.junge-linke-sachsen.de
www.mindestlohn.de

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1. Junge Linke.PDS Sachsen Aktion: „Nein zum Deutschlandhype!“

Die Junge Linke.PDS Sachsen will die Deutschlandfahnen von der Straße bekommen und tauscht die Flaggen gegen T-Shirt´s ein. Die Junge Linke.PDS Sachsen und Julia Bonk, MdL erklären dazu:
Der Gesellschaft geht der Kitt aus. Mit gezielten sogenannten Reformen werden die Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Gruppen immer weiter verschärft, nun soll ein neues Bindemittel her: die Nation. Wenn sie auch sonst keine reale Gemeinschaft, keine Solidarität oder gemeinsame Entscheidungen verbinden, soll man sich nun gemeinsam als Deutscher fühlen. Diese vermeintliche und von realen Verhältnissen ablenkende Verbindung
sollte mit der „Du bist Deutschland“-Kampagne der Reichen und Schönen in die Köpfe der anderen gepflanzt werden. Die Fußballweltmeisterschaft samt Fahnenschwenkerei setzt die Entwicklung fort. Wir sagen nein.
Fußball kann cool sein,
unreflektierter Umgang mit Symbolen ist es nicht.
Die deutsche Fahne ist ein Symbol. Sie steht für eine auf Ausgrenzung basierende nationale Zusammengehörigkeit, für ein Wir-Gefühl gegen die anderen. Und im betonten Stolz auf die eigene Heimat liegt die Abwertung des anderen. Diese Selbstübersteigerung hat in der Geschichte Deutschlands schreckliche Folgen gehabt. Die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands sind singulär, sie müssen immer als außergewöhnlich schrecklich in Erinnerung bleiben. Darum kann es in Deutschland kein mit anderen Ländern
vergleichbares Verhältnis zum ohnehin fragwürdigen Konzept der Nation geben.
Die deutsche Fahne ist niemals nur ein Fußball-Wimpel.

Wir wollen, dass die Fahnen von der Straße kommen und bieten an: für drei deutsche Flaggen gibts von der Jungen Linken.PDS Sachsen im Austausch ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nazis raus aus den Köpfen“ und eine DVD geschenkt Die Tauschstellen sind ab sofort geöffnet.

Leipzig, linXXnet, Bornaische Straße 3d, 04177 Leipzig
Dresden, Wir AG, Martin-Luther-Straße 21, 01099 Dresden
Chemnitz, Rothaus, Lohstraße 2, 09111 Chemnitz
Zwickau, Politikkontor, Hauptstraße 56, 0856 Zwickau

Oder aber mit Adressangabe schicken an
Junge Linke.PDS Sachsen
Großenhainer Straße 101
01127 Dresden
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3. Unterstützung für den Aufruf (Anhang), der der Jungen Linken.PDS Sachsen den Rücken stärken soll, die gegenwärtig Linkspartei-internen Angriffen ausgesetzt ist. Das Thema ist in Sachsen im Moment stark medial wahrgenommen. Wir bitten auch um Weiterleitung an weitere Verteiler. Ab Mittwoch mittag auch online unter www.nein-zum-deutschlandhype.de
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4. Nationalismus zur Fußball WM – Kein Grund zum Jubeln!

Der Bundesjugendverband der Linkspartei.PDS, [’solid] – die sozialistische jugend, warnt eindringlich vor den Konsequenzen, die aus latentem Nationalismus und dem perfider Weise so genannten „gesundem Patriotismus“ erwachsen.

Ausländerhaß in breiten Bevölkerungsschichten ist längst keine Seltenheit mehr (wie u.a. die Proteste gegen den Bau der Moschee in Berlin-Weißensee zeigen); dies ist kein fehlgeleiteter „Patriotismus“, sondern der positive Bezug auf das Konstrukt „Nation“ als Basis für Ausgrenzungslogiken.
„Bei dieser WM geht es nicht um Fußball, sondern um Gewinne und Werbeplätze – und die nationalen Demagogen von Springer & co nutzen das Fußballfest und die Gunst der Stunde für ihre gefährliche Propaganda. Mit Kampagnen wie ‚Schwarz, Rot, Geil‘ wird der Nationalismus mit Sexismus verknüpft, und das zusammengeworfen was ohnehin dem selben Geist entspringt“ meint Bundessprecher Marco Heinig.

„Deutschland, Deutschland über alles“ tönt es aller Orten und in nationalistischer Trunkenheit taumeln die Menschen auf den Straßen und fast unbemerkt kommt es dabei auch wieder zu rassistischen Übergriffen. Wer hier behauptet keinen Zusammenhang zu sehen, will lediglich, dass die Menschen den Zusammenhang nicht mehr wahrnehmen. Nationalismus ist nicht nur Basis für Ausgrenzung, sondern auch sozialer Kit. Wenn Menschen, die von Arbeitslosigkeit (oder im umgekehrten Fall) von Leistungswahn gebeutelt sind, nach geistigen Fluchtmöglichkeiten und Frustventilen suchen, wenn
Menschen zu KonsumentInnen und Arbeitskräften degradiert werden, und nur Teil einer Kosten- oder Gewinnrechnung sind, braucht es etwas, um sich wieder gut zu fühlen, um sich wieder als Gemeinschaft zu fühlen. In der Gesellschaft der konkurrierenden „vereinzelten Einzelnen“ erfüllt diese Funktion der Nationalismus, erfüllt diese Funktion auch die Fußball WM.
Wenn die Menschen anfangen sich zu wehren, ihren Unmut gegen die herrschenden Verhältnisse laut werden lassen, gibt es nur ein gutes Gegenkonzept: die Nation. Hier sollen sich alle als Gemeinschaft fühlen, obwohl sie fast nichts gemein haben. Im Gegenteil: Ausbeutung und Repression innerhalb dieser vorgeblichen „Schicksalsgemeinschaft“ fallen dann kaum noch auf und können mit gutem Gewissen den sogenannten „Naturgewalten“
Globalisierung und Weltmarkt in die Schuhe geschoben werden.

Wir wehren uns gegen jede Form von Nationalismus und solidarisieren uns ausdrücklich mit der Aktion „Nein zum Deutschlandhype“ (www.nein-zum-deutschlandhype.de ) der Jungen Linken.PDS Sachsen.
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5. Junge Linke: Bonk hat recht. Denn Nationalismus bleibt Nationalismus.

Unterstützung erfährt Julia Bonk, Landtagsabgeordnete der sächsischen Linkspartei, von Junge Linke.PDS Wittenberg, für ihre kritischen Äußerungen zur Fußballweltmeisterschaft.

Bonk hatte den „betonten Stolz auf die eigene Heimat“ kritisiert. Dies sei mit der „Abwertung des anderen“ verbunden und damit ausgrenzend. Als Konsequenz hatte Bonk gefordert, deutsche Flaggen „von den Straßen zu bekommen“. Dafür war sie von der Bildzeitung als „Balla-Balla-Bonk“ beschimpft worden.

„Dabei hat Julia Bonk ganz einfach recht“, erklärt hierzu Lena Kreck, Mitglied der Jugendorganisation der Linken in Wittenberg. „Die deutsche Fahne ist für viele Leute nicht einfach nur ein Fußballwimpel. Seien wir ehrlich: Es geht ihn nicht nur um aufregenden Fußball, sondern um nationalistische Gefühle. Und Nationalismus bleibt Nationalismus.“

Aus diesem Grund unterstützen Junge Linke.PDS Wittenberg die Aktion ihrer sächsischen Junggenossen. „Auch wir wollen deutsche Fahnen von den Straßen holen. Wir tauschen deshalb bei uns ab sofort ebenfalls drei Deutschlandfahnen gegen ein cooles T-Shirt ein. Wir wollen ohne nationalistische Duselei auf den Straßen Fußball sehen“, so Kreck.
Informationen zu Junge Linke.PDS Wittenberg können unter
http://www.junge-linke-wittenberg.de abgefragt werden.
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6. Porsch: Bonk spricht nicht für Fraktion – in Schwarz-Rot-Gold passt kein Hakenkreuz

Zur Pressemitteilung von MdL Julia Bonk zu den deutschen Fahnen bei der Fußball-WM erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion.PDS im Sächsischen Landtag, Prof. Dr. Peter Porsch:

Man kann und muss als Linke die übertriebene Kommerzialisierung des Fußballs kritisieren, man soll darauf hinweisen, dass Afrikaner bei dieser Weltmeisterschaft nur als Spieler in europäischen und südamerikanischen Mannschaften (eben dort, wo das Geld ist) erfolgreich sein können. Die Fahnen aber stehen für die nichtkommerzielle Komponente
der Weltmeisterschaft, was man nicht zuletzt daran sieht, dass die Produzenten in Deutschland nicht auf die Begeisterung der Fans eingestellt waren und es zu Lieferengpässen gekommen ist. Wer Schwarz-Rot-Gold angreift, muss im Übrigen wissen, dass diese Farben von Anfang an Verfassungsstaat und Emanzipation von Willkürherrschaft von Dynastien symbolisierten, wohlweislich haben deshalb die Nazis diese
Farben nie verwendet. Wir sollten sie ihnen auch heute nicht in die Hände spielen.

Man kann auch nicht glaubwürdig gegen Fremdenfeindlichkeit auftreten und zugleich die Symbole der eigenen Kultur hassen. Dieser umgekehrte Nationalismus erreicht das Gegenteil von dem, was er als Ziel vorgibt.
Ganz davon abgesehen, dass jeder Fußballverein eigene Fahnen hat, und die politische Losung, Fußballfahnen aus dem Verkehr ziehen zu wollen, von weltfremder Arroganz zeugt. Die Linksfraktion.PDS hat immer antirassistische Fanprojekte unterstützt, und Frau Bonk kann durch Verteilung entsprechender T-Shirts in den Stadien der Deutschen
Bundesliga und darunter dazu gern einen Beitrag leisten.

Die Linksfraktion.PDS und die ihr angehörenden Fußballfans begeistern sich wie Millionen andere an schönen Spielen in einer friedlichen und spannenden WM, der durch die Fans aller Mannschaften und ihre Fahnen die einzigartige internationale Atmosphäre verliehen wird, die derzeit unzählige Besucher aus aller Welt zu schätzen wissen. Gerade für die
durch global agierendes Kapital benachteiligten kleinen Nationen ist die WM eine gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.

Kommentare

  1. stonefish sagt:

    Was diese Aktion nun jetzt wieder bringen soll, ist mir absolut schleierhaft. Eine gesunde patriotische Haltung mit einer Deutschlandfahne demonstrieren, noch dazu bei der WM im eigenen Land, ist sicherlich vertretbar. Vielleicht sollte Frau Bonk und deren Mitstreiter einmal über die Landesgrenzen hinaus schauen. In jedem Land (in denen ich bisher war bzw. gearbeitet habe) hängen bei derartigen Gelegenheiten überall Landesflaggen herum, und nicht nur dann. Als Beispiele, von denen ich mich selbst überzeugen konnte, nenne ich Australien, Brasilien, Ecuador, Peru, USA, Kanada, Mexico, England, Niederlande (mehr orange) etc.

    Wenn nur die Vorgängerorganisation der PDS ebenso sparsam mit deren Nationalitäts- und Identifikationssymbolen umgegangen wäre.. man denke an DDR-Flaggen überall, Honi-Stoph-Krenz´-und wer weiß ich-noch-Bilder, Plakate und Nationalhymnen… und war das damals auch nationalistisch?

    Leute, bleibt mal auf dem Teppich und kümmert euch um wichtigere Dinge.

  2. Njus sagt:

    Frech und unverschämt sowas, wie will die PDS Deutschland vertreten wenn sie ein derart unnatürliches Verhältnis zur Fahne hat?

  3. wir sind Papst
    wir werden Weltmeister
    GOTT MIT UNS

    http://www.vaterlandslose-gesellen.de

  4. Hellhound sagt:

    Ist ja lustig. Da läßt sich ein Fräulein vom deutschen Volk bezahlen, um dann gegen seine Symbole zu agitieren.

  5. Deutscher sagt:

    die betonköpfe von der pds sollen doch nach angola, nordkorea, china, venezuela kuba auswandern. solches defätistisches gelaber würde ihnen dort mit der peitsche ausgetrieben. die wissen deutschland doch gar nicht zu schätzen und sowas will regieren hahahaha

  6. Deutscher sagt:

    die betonköpfe von der pds sollen doch nach angola, nordkorea, china, venezuela kuba auswandern. solches defätistisches gelaber würde ihnen dort mit der peitsche ausgetrieben. die wissen deutschland doch gar nicht zu schätzen und sowas will regieren hahahaha

  7. pds-hasser sagt:

    ich bekomm das große kotzen wenn ich einen so dermasen beschissenen schwachsinn lese.die idioten von der pds saufen doch alle abwasser anders kann ich mir dieses verhalten nicht erklären.raus mit dem pack

  8. AntiMusel sagt:

    verunglimpfung von symbolen steht unter strafe, sollten politiker doch wissen. aber ihr jubelt wohl noch wenn deutsche fahnen verbrannt werden was? aber gut, damit erledigt sich die sed gleich selbst. muss ja ein schlimmes leben für euch in der ddr gewesen sein. überall fahnen und personenkult. ihr wart eigentlich alle widerstandskämpfer stimmts? hahaha

  9. Rico sagt:

    „Die Dresdner Antifa-Hochschulgruppe unterstützt die Patriotismus-Kritik der PDS-Abgeordneten Julia Bonk. Bonk äussert anlässlich der WM vehemente Kritik am deutschen Wir-Gefühl. Diese nationale Einheit schafft Ausgrenzung und wird schnell zu Nationalismus.“ so eine Information der Antifa-HSG der TU Dresden. Julia Bonk muss in ihrer Kampagne „Nein zum Deutschlandhype!“ unterstützt werden

  10. Thorsten Wappler sagt:

    DEUTSCHLAND…
    … und die Flagge!

    Die Bonk\’s sind armselig und kleingeistig! Ihre Meinung hat aber einen entscheidenden Vorteil. Bündelt sie doch Ihre politischen Gegner bzw. erinnert sie daran, das die ewig gestrigen noch nicht geschlagen sind.
    Mich persönlich motiviert es, Arbeitsplätze – vor allem auch für Jugendliche – zu schaffen und zu erhalten um politischen Tieffliegern den Nährboden für solchen Blödsinn zu entziehen.
    Ich liebe die Freiheit, Demokratie und mein Land!

    Thorsten Wappler
    Geschäftsführer
    ELEKTRO-SCHWEISSTECHNIK-DRESDEN

  11. Klaus Keßler sagt:

    Mein Gott, Frau Bonk.

    Der einzelne Herr mit Bart und Kriegsbemalung bin ich, Klaus. In Dresden geboren, Mitglied der PDS, der in Dresden seinen Beitrag zahlt. 1990 bin ich aus dem Königreich Kurt nach Berlin Kreuzberg umgesiedelt und arbeite in Berlin Lichtenberg in der Jugendarbeit. Meine beiden Eltern sind Deutsche. Das hübsche Mädchen auf dem zweiten Bild ist meine Stieftochter Mira. Mira, geboren in Berlin Kreuzberg ist ¼ Deutsche, ¼ Griechin, ¼ Bulgarin und ¼ Türkin. Der junge Mann auf dem Foto ist Eddy, der Freund meiner Tochter, der zur Hälfte Pole und zur Hälfte Syrer und in Jena geboren ist. Meine Frau ist als Tochter einer Deutschen und eines Griechen in Kreuzberg geboren.
    Da wir alle sportbegeistert sind und das Einzige, was uns hundertprozentig verbindet, der deutsche Pass ist, entschlossen wir uns, gemeinsam zur Fußball WM zu gehen. Glücklicherweise bekamen wir vier Karten für das Spiel Deutschland gegen Ecuador im Berliner Olympiastadion.
    Schon die Vorbereitung für das Spiel machte Spaß. Wir bemalten und schmückten uns und Eddy brachte seine Deutschlandfahne mit. Auf dem Weg zur U-Bahn bewunderte unser türkischstämmiger Gemüsehändler unser Outfit. Der Besitzer des Döner – Ladens an der Ecke holte seine Deutschlandfahne von der Wand, wedelte damit vor uns rum und beneidete uns um unsere Eintrittskarten. In der U – Bahn sammelten wir so nach und nach die Leute ein, die auch Karten hatten. ecuadorianische und deutsche Fans fuhren, mit den jeweiligen Landessymbolen geschmückt, friedlich nebeneinander ins Stadion und freuten sich aufs Spiel. Der Weg von der U – Bahn zum Stadioneingang wurde von lautstarken Gesängen beider Parteien begleitet. Dass die deutschen Gesänge lauter waren hatte nur einen Grund, die Deutschen waren in der Überzahl.
    Am Eingang war ich das zweite Mal positiv überrascht. Als ehemaliger Dynamo Dresden Ordner rechnete ich damit, dass die Polizei dafür sorgen wird, die verschiedenen Fangruppen auseinander zu halten. Zu meiner Verwunderung sah ich jedoch keine Uniformen, keine Wasserwerfer und keine Schlagstöcke. Die Situation vor dem Stadion glich eher einem Volksfest als einem Fußballspiel.
    Die Stimmung im Stadion war gigantisch. Aufgrund der traumhaften Leistung der deutschen Nationalelf wurde das gesamte Spiel zu einem einzigen Fest. Als zwischenzeitlich im Fanblock, ähnlich wie die englischen Fans bei ihren Spielen, die Nationalhymne angestimmt wurde, merkte ich, dass die uns nachfolgende Generation deutlich textsicherer war als meine Frau und ich. Zum lautstarken mitsummen hat es jedoch gelangt. Auf dem Heimweg wurde gesungen und gefeiert. Nicht nur einmal war zu beobachten, dass sich deutsche und ecuadorianische Fans gemeinsam in ihren bunten Outfits fotografierten, wobei natürlich das Schwenken der jeweiligen Nationalflagge ein Muss war. Für meine Familie, die sonst nicht gerade fußballbegeistert ist, war dies so ein schönes Erlebnis, dass wir fortan jedes Spiel im Fernseher laufen ließen.
    Es ist mir absolut unverständlich, wie eine Frau Bonk auf die Idee kommen kann, durch ihr kleinliches Hick Hack ein solch tolles Sportereignis in Deutschland versauen zu wollen. Mir fällt da die Geschichte des Rattenfängers von Hameln ein, dessen bornierte Bürger ihre eigenen Kinder selbigem in die Arme trieben, nur weil sie ihm sein Honorar nicht zahlen wollten. Wenn eine Landtagsabgeordnete geldscheffelnd im zweithöchsten demokratischen Gremium der Nation sitzt, dabei die Demokratie verunglimpft und dem kleinen Hartz IV – Empfänger sein bisschen Stolz auf die Leistung der deutschen Nationalmannschaft und damit auf das, was ihm noch geblieben ist, sein Nationalstolz, vermiest, dann grenzt dies schon an Zynismus.
    Wir sind jetzt wieder eine Nation und so lange dieser Nationalstolz Schwarz, Rot, Golden ist, sollten wir ihn hochhalten. Sowohl die DDR – Bürger mit ihrem friedlichen Übergang von einem System in das andere, als auch die BRD – Bürger mit ihren Friedensmärschen gegen den NATO – Doppelbeschluss haben bewiesen, dass sie aus der Geschichte gelernt haben. Den Stolz auf diese Leistungen zu verbieten heißt, den rechten Rattenfängern das Feld zu überlassen. Meine Familie zeigt wohl am deutlichsten, dass Nationalstolz nichts mit Rassismus zu tun haben muss.
    Alle DDR – Bürger, die zu DDR – Zeiten mit der schwarz, rot, goldenen Fahne an Erich vorbeizogen als gefährliche Nationalisten zu bezeichnen ist meines Erachtens vermessen. Im Übrigen sollte sich Frau Bonk, wenn sie über Integration von Ausländern in die deutsche Gesellschaft spricht, ob dies funktionieren kann, wenn sie das Gebilde, in das integriert werden soll, ständig in Frage stellt.
    Zum Schluss aber noch mal zum Fußball: „…Ohne Holland fahr’n wir nach Berlin…“!

    Mit sportlichem Gruß
    Klaus Keßler

    (P.S. meine Tochter möchte nicht, dass ihr voller Name genannt wird, damit sie nicht als Tochter eines „bekennenden Linken“ geoutet werden kann. Darüber sollten wir uns Gedanken machen!)

  12. Sascha Möckel sagt:

    :Zitat Klaus Keßler:
    Wir sind jetzt wieder eine Nation und so lange dieser Nationalstolz Schwarz, Rot, Golden ist, sollten wir ihn hochhalten.
    :Zitat Ende.

    Genau das ist der Punkt. Wir definieren „uns“ (Wer ist eigentlich wir, uns, ich zähle mich nicht zum völkischen Kollektiv) als Nation. Damit grenzen wir uns von anderen Nationen ab, was dann die Basis dafür schafft solche Dinge wie Abschiebung zu begründen. Wenn man sich für eine grenzenlose Welt einsetzt geht das genau in die falsche Richtung. Übrigens, ich wohne derzeit in Erfurt, dort wurden nach dem die deutsche Mannschaft verloren hat Italiener angegriffen (Scheiben eingeschmissen etc.) und die Bürgers haben zugeschaut. Jetzt soll mir noch einmal einer sagen das das alles komplett unproblematisch ist. Doch auf dem Niveau wie sich manche Kommentare für mich darstellen, unreflektierter Nationalismus mit völkischem Hintergrund, polemisch zum Ausdruck gebracht, kann ich nicht diskutieren.
    Eine Nation welche mit Kultur und Geist verbunden wird, nicht mit Fußball (hab nix gegen) und Volk, und nicht zur Abgrenzung dient, und nicht ohne grosse Unterbrechen auf ein weiter so setzt, könnte ich auch akzeptieren. Doch das ist nicht Deutschland …

  1. Rude Bros. sagt:

    *** Aktion*** Bonk gezogen ***Aktion***

    Wer bisher glaubte, die Bayern hätten mit ihrem selbsterzeugten politischen Status Quo größtmöglichen Masochismus demonstriert, der wird bei einem Blick nach Sachsen eines besseren belehrt. Eine äußerst unappetitliche Nati…

  2. […] Beweis:Annahme, das niemand wird eine Fahnenumtauschaktion starten wird. […]