Wenn Wohnungs“giganten“ Mieten erhöhen

Spekulation um Wohnungsriesen: Kein Grund für Jubelarien meint Wilfried Beiersdorf im Leitartikel der WAZ.

Immer mehr Städte sehen im Verkauf ihres Wohnungsbestandes die Lösung ihrer finanziellen Probleme. Das ist ein gefährlicher Weg. Denn die Städte geben so die Chance aus der Hand, die betreffenden Gebiete im Interesse von Bürgern, Mietern und Allgemeinheit weiterzuentwickeln. Die sozialen Folgekosten von kommunalen Wohnungsverkäufen werden viele Städte in einigen Jahren wohl noch teuer zu stehen kommen. Für die Mieter kann das schon viel schneller geschehen. Sind ganze Wohngebiete erst in einer Hand, sind flächendeckende Mieterhöhungen vermutlich nicht mehr weit.

Die ersten Mieterhöungen sind in den Fortres-Wohnungen der WOBA Dresden bereits ausgesprochen worden. Natürlich streng nach der so umfassenden Sozialcharta. Dass aber eben eine Kappungsgrenze von 1,5 % für den ganzen Bestand dazu führen kann, dass Mieter in einigen Wohnungen deutlich mehr – bis zu den im BGB zugelassenen 20 % – zahlen müssen, damit hatten die Autoren der „Sozialcharta“ wohl nicht gerechnet. „»Wohnungen sind nicht nur ein soziales Gut« und „Mieterhöhungen nach Verkauf öffentlicher Wohnungsbestände sind akzeptabel“ meint dagegen Christine Ostrowski im Gespräch mit der jungenwelt.