Polizei durchsucht G8-Camp

Am Mittwoch Abend ist die Polizei im Camp der Gipfelgegner im Rostocker Industriehafen einmarschiert.

Mehrere Hundertschaften umstellen das Gelände und sperren die Zufahrtsstraße. Ungefähr 100 Beamte betreten das Camp. Sie bilden eine Kette, quer über den Teil des Zeltplatzes, auf dem die „hedonistische Linke“ campiert.

schreibt Biermann im Die Zeit – G8 Blog. Das ist einfach unglaublich. Und führt vor allem dazu:

Für das Verhältnis zwischen G8-Gegnern und Polizei jedoch könnte dieser Einsatz verheerende Folgen haben. Nach den Ereignissen von Samstag waren viele Gipfelgegner eher nachdenklich und richteten ihre Kritik auch an die Gewalttäter aus den eigenen Reihen. Nun skandieren die Camper wieder voller Inbrunst „Haut ab! “

Auch das Camp Wichmannsdorf wird immer wieder mit „schikanösen Kontrollen, Durchsuchungen und Platzverweisen drangsaliert“, wie Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. und Anmelderin des Camps von G8-Gegnerinnen und Gegnern in Wichmannsdorf berichtet. In den letzten Tagen kam es rund um das Camp Wichmannsdorf zu 1.500 polizeilichen Maßnahmen – bei 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Der Eindruck drängt sich auf, dass es sich nicht um gezielte Einzelmaßnahmen der Polizei handelt, sondern um eine systematische vorgelagerte Repression, mit der den Camp-Bewohnerinnen und Bewohner das Gefühl vermittelt werden soll, einer illegalen Aktion beizuwohnen.“ Hänsel protestiert und fordert die zuständigen Sicherheitskräfte auf, die Camp-Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht weiter zu schikanieren. „Protest gegen die G8 ist legitim und muss möglich sein.“