Geordneter Rückzug

Die Lausitzer Rundschau schreibt zur „Braunkohlepolitik der Linkspartei“ am 4. Juli.

Es wird so manchen überraschen, dass ausgerechnet die Linkspartei den Abschied von den Braunkohlekraftwerken verlangt, die einst der Stolz der DDR-Energiewirtschaft waren. Was deren  Bundestagsfraktion jetzt abgesegnet hat, ist allerdings angesichts der langen Debatten insbesondere im brandenburgischen Landesverband keine Überraschung mehr. Zum Profil der Partei gehört inzwischen das nachhaltige Grün.
Und bei genauerem Lesen ist das Papier auch weit weniger radikal, als es auf den ersten Blick scheint. Denn bis die letzte Tonne Braunkohle verfeuert sein wird, sollen noch 42 Jahre ins Land gehen. Da sind die Umweltverbände mit ihren Forderungen radikaler.
Nun wird weder in der Lausitz noch in Potsdam, sondern in Brüssel, Berlin und Stockholm das Schicksal der Braunkohle bestimmt. Da spielen dann nicht die Interessen der Region, sondern harte Gewinnkalkulationen eine Rolle. Da kann noch viel schneller der Tag kommen, an dem sich der Ausstieg rechnet.
Was die Linkspartei will, ist ein geordneter Rückzug. Das ist für die Partei offensichtlich die Position mit den geringsten Risiken. Die Energieregion Lausitz sollte darin eine Warnung sehen. Es könnte
sein, dass die Genossen sich diesmal etwas dabei gedacht haben. Erfahrung im Verkünden folgenschwerer Irrtümer haben sie ja zur Genüge. Was wäre nun, wenn sie diesmal richtig liegen?

Schön ist die Erkenntnis, wonach zum Profil der Partei „inzwischen das
nachhaltige Grün“ gehört.

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