Tankrechnung nicht bezahlt: CDU-Mann Kolbe weist Vorwürfe zurück

Manchmal muss es eben schnell gehen. Medien berichteten, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige sächsische Justizminister Manfred Kolbe Anfang November von einer Tankstelle in Naunhof weggefahren sei, ohne zu bezahlen. Daraufhin erstattete die Pächterin Anzeige. Kolbe erfuhr davon aus der Zeitung.

In einer persönlichen Erklärung verwahrt sich der einstige Justizminister Sachsens nun gegen den Vorwurf einer Straftat. Er sei am 14. November mit dem Zug aus Berlin gekommen und in Naunhof ins Auto gestiegen, um schnell zu einer weiteren Veranstaltung zu fahren. Wegen des Zeitdrucks brach er das Tanken bei halbvollem Tank ab, um weiterzukommen. „In der Hektik und Eile vergaß ich bedauerlicherweise die Bezahlung. Hierfür entschuldigte ich mich und beglich den ausstehenden Betrag“, erklärt Kolbe in seinem Schreiben.

Die Pächterin zog die Anzeige daraufhin zurück und bedauerte, dass ihr nur dieses Mittel bleibe, um den Fahrzeughalter zu ermitteln.

Kolbe kritisiert in seinem Schreiben ausdrücklich das Verhalten der Polizei, die zunächst Presse und Fernsehen informiert habe, statt ihn anzuhören. Dies verstoße seines Erachtens gegen die Dienstpflichten, so Kolbe.

Beistand bekam Kolbe gestern von unerwarteter Seite. „Ich zweifle nicht an seiner Integrität. Es ist ein schlimmes Spiel, was da mit Manfred Kolbe getrieben wird“, sagte der Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Gunter Weißgerber. Man frage sich, so Weißgerber weiter, wer so eine Nachricht bewusst in die Öffentlichkeit lanciere. „Wir sind zwar politisch verschiedener Meinung. Aber in so einem miesen Spiel stehe ich ihm bei.“

A. F./maj

Unser tiefstes Bedauern ist Herrn Kolbe sicher. Erst mit dem Zug fahren und dann ins Auto umsteigen, bedeutet ja auch Stress pur. Dass man in der Eile dann mal das Bezahlen vergessen kann, ist doch völlig klar. Dank auch an Herrn Weißgerber. Für die klaren Worte.