Wie weiter mit Quimonda?

Im Handelsblatt beschreibt Joachim Hofer den Subventionswettlauf um Unternehmen der Chipbranche.

Ein paar Jahre ist es schon her, da hat der damalige Intel-Chef Craig Barrett eine neue Chipfabrik in Irland eröffnet.

Brav bedankte sich der irische Ministerpräsident Bertie Ahern für die Milliardeninvestition und forderte den Manager auf, doch bald wieder auf der Insel zu bauen. Die Antwort des Managers aus Amerika fiel deutlich aus: Solange Steuern, Löhne und Lebenshaltungskosten in Irland niedriger seien als anderswo in Europa, komme der Halbleiterkonzern gerne, beschied Barrett dem verdutzten Politiker.

Auch Sachsen hat einige Milliarden in den Aufbau von Silicon Saxony investiert. Was soll man nun machen? AMD ist gerade mit Hilfe arabiscxhen Geldes gerettet worden, Oqimonda droht Anfang nächsten Jahres die Insolvenz. Betriebsergebnisse werden schon gar nicht mehr veröffentlicht, angeblich um bereitstehende Investoren nicht zu vergraulen, Branchen insider sprechen davon, dass es nichts mehr zu veröffentlichen gäbe.

Was also nun tun?

Gerade macht sich Sachsen daran, den hochdefizitären Halbleiterproduzenten Qimonda vor dem Untergang zu retten. Aus sächsischer Perspektive ist das durchaus vernünftig, denn in der Landeshauptstadt Dresden betreibt der Konzern ein großes Werk. Selbst aus deutscher Sicht lässt sich so ein Schritt begründen. Ginge Qimonda pleite, würde viel Know-how in der Mikroelektronik verlorengehen. Denn auch Zulieferer wären betroffen.

Allerdings ist Sachsen da nicht allein. Weltweit werden große Summen investiert.
„Dies ist einer der Gründe, warum es viel zu viele Chipfabriken gibt, die für eine riesige Überkapazität sorgen. Die Folge sind tiefrote Zahlen zahlreicher Anbieter insbesondere auf dem Feld der Speicherchips, auf dem Qimonda tätig ist. In diesem Bereich haben staatliche Interventionen geradezu Tradition.“

Die weit verbreiteten Subventionen führen jedoch dazu, dass die Anbieter stets dort investieren, wo es gerade am meisten zu holen gibt. So baut AMD die nächste Fabrik nicht in Dresden, wo die beiden anderen Werke des Konzerns stehen, sondern in den USA. Weil der Transport der kleinen Bausteine wenig kostet, ist es im Grunde egal, wo die Produktionsstätten sind. Dies erhöht die Gefahr, dass Firmen trotz hoher Zuschüsse nach einigen Jahren wieder abziehen.

Nachvollziehbar scheint dennoch die Auffassung,

statt in Beton und Maschinen in die Ausbildung zu investieren. Wenn der Staat Forschungseinrichtungen und Universitäten fördert und diese sich gut entwickeln, dann zieht das die Konzerne an. Neue Firmen entstehen, es werden Arbeitsplätze geschaffen. In diesem Fall gilt dasselbe wie bei den Subventionen: Die weltweit agierenden Unternehmen können es sich einfach nicht leisten, darauf zu verzichten. Den Steuerzahler kommt es aber wesentlich billiger.