lesen: Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Chemnitz - Marx Monument

Auf der Suche nach Alternative zum aktuellen Raubtier-Kapitalismus und auf der Suche nach guten Lösungen der sozialen Missstände in Deutschland und der Welt über dieses Buch gestolpert und „festgelesen“.

Argumente für den Kauf dieses Buches gibt es viele. Hardcovereinband und 190 Seiten für nur 9,90 Euro ist dabei das schwächste der möglichen Pro’s, denn dieses Buch hat es wirklich in sich. Zwar ist jedes Ding immer mit einer kritischen Distanz zu lesen, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können, aber auf die Gedanken des Autors Heinz Dietrich muss man sich durchaus einlassen. Einmal, um sich kritisch mit der Geschichte des vergangenen Realsozialismus auseinander zu setzen und auch, um aus der eigenen kapitalistisch geprägten Erlebens- und Gedankenwelt heraus neue Ansätze für eine bessere Gesellschaftsordung durchzuspielen.

Der Autor des Buches studierte in Frankfurt am Main bei Horkheimer, Adorno und Habermas und wurde stark geprägt durch die 68er-Bewegung. Er wird gerne als Chávez Denkfreund bezeichnet. Stark beeinfluss wurde sein Buch durch die Theorie der Equivalenzwirtschaft des Universalwissenschaftlers Arno Peters.

Inhaltlich setzt das Buch neue gedankliche Maßstäbe und scheut weder vor der Kritik der bisherigen Marxschen Lesart, des Neoliberlalismus und der representativen Demokratie, die für ihn keine echte Demokratie ist, zurück. Dabei analysiert er ganz klar die Fakten für das Scheitern des Realsozialismus, wie zum Beispiel das fehlen einer echten Demokratie. Und so ist der Leser schnell gezwungen, sich von lieb gewordenen Vorstellungen zu lösen, denn für Dietrich ist eines klar, es muss und wird ein neues historisches Projekt geben. Basierend auf partizipativer direkter Demokratie und Equivalenzwirtschaft soll ein Sozialismus des 21. Jahrhunders entstehen, bei dem es keine „Eliten“ gibt und in der der Wert einer Ware sich am Arbeitswert orientiert und so eine messbare, objektive Größe des Wertes der Ware entsteht, nach der die Güter getauscht werden können. Dietrich meint, jede Wirtschaftsordnung ist im Prinzip Planwirtschaft, denn selbst an der Börse wird geplant, jedoch ist Equivalenzwirtschaft eine Planwirtschaft, die nicht ausbeutet.

Ein empfehlenswertes Buch, für jeden, der nach Alternativen zu den bisherigen Wirtschaftssystemen sucht. Erschienen ist das Buch bei „Politik und Denken“ und kostet 9.90 Euro.