Gut besuchter Wahlkampfhöhepunkt mit Kipping, Hahn und Gysi

Vor einigen hundert Menschen fand am Donnerstag der Wahlkampfhöhepunkt der sächsischen LINKEN statt. Dr. André Hahn sagte in seiner Rede:

Wer ein solidarisches und erfolgreiches Sachsen will, muss die Ideenlosigkeit der CDU abwählen, die bei allen wichtigen Themen ein Entwicklungshemmnis ist. 80 Prozent aller Sachsen wollen das längere gemeinsame Lernen statt verfrühter Trennung der Kinder – mit der CDU aber wird es die flächendeckende Gemeinschaftsschule nie geben. Deshalb muss die CDU abgewählt werden und deshalb sollte ihr die SPD die Gefolgschaft verweigern. Nur mit einer starken LINKEN gibt es einen neuen Aufbruch!

Hahn kritisierte die politische Farblosigkeit des amtierenden Ministerpräsidenten und vor allem auch seine Angst im Wahlkampf öffentlich Argumente mit den Mitbewerbern auszutauschen.

Tillich geht zu keiner Diskussion, an der er sich der politischen Konkurrenz stellen muss, und er verweigert auch das übliche TV-Duell zwischen Regierungschef und stärkstem Herausforderer.
Dass das Landesfunkhaus Sachsen des MDR in vorauseilendem Gehorsam erst gar nicht dazu eingeladen hat, wirft ein weiteres Schlaglicht auf Demokratie-Defizite im öffentlichen Leben Sachsens nach 20 Jahren CDU-Dauerherrschaft.

DIE LINKE will mit guten Wahlergebnissen Druck auf Veränderungen in der Politik anderer Parteien machen. «Je stärker die Linke, desto sozialer ist das Land», sagte ihr Fraktionschef im Bundestag, Gregor Gysi, bei seiner Rede. Und „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass bereits gestiegene Umfragewerte die Politik der Anderen verändern.“

Die bots spielten und beim Benefiz-Torwandschießen kamen 370 Euro für den Verein Roter Baum e.V. zusammen, der mit dem Geld Ferienlager für bedürftige Kinder durchführt.

Kommentare

  1. Politik- und Medienanalyse Sachsen sagt:

    Wahlniederlage für Die Linke in Sachsen
    Die Partei muss sich weiterentwickeln!

    Ein Blick auf das Ergebnis in Sachsen und auf den Rückgang der Wahlbeteiligung bestätigt leider unsere schlimmsten
    Erwartungen. Es handelt sich durchgehend um systemkritisches Potential, welches sich zunehmend in
    Enthaltung übt. Mehr als 260 000 Wähler sind diesmal WENIGER zur Wahl gegangen (Rückgang von 59,6% auf 52%)
    Ältere Wähler fallen weg, neue Wählerpotentiale für die Linke wurden nicht erschlossen. Das Ergebnis für die CDU
    resultiert aus der hohen Wahlbeteiligung des 10-20%-Anteils der Bevölkerung, welcher in den letzten
    Jahren von der Politik der CDU (auch ideologisch, hinsichtlich der propagierten Wertvorstellung) profitierte.

    Warum der Rückgang der Wahlbeteiligung?

    Viele BürgerInnen sind über den Umgang der Regierung mit der Finanzkrise, den Bilanzfälschungen und Statistiktricks der Konzerne, Banken und der Regierungen entsetzt. Hartz IV erscheint als unabänderliches Schicksal. Es wird durchgehend mit Betrug und Täuschung gearbeitet, um die Psychologie der Massen zu bearbeiten und in die gewünschte Richtung zu lenken. Der Begriff Public Relation ist ein schlimmer Euphemismus. Eine Folge davon ist eben u.a. die Hochkonjunktur von Verschwörungsszenarien im Internet, politische Apathie und Verzweiflung, weil doch fast jede(r) irgendwo merkt, dass „nur noch gelogen wird“. Viele Menschen sehen daher keinen Sinn mehr an einer Stimmenabgabe für die ‚class politique‘.

    Das stellt alle Linken gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Wer sich von Gesellschaftsanalyse, Systemkritik und wirklicher System-Opposition verabschieden will, wird mitverantwortlich für den Niedergang der Linken. Es gibt auch eine politische Verantwortung für das Leugnen des neuartigen und verschärften Klassenantagonismus, für das Leugnen von Imperialismus und den Kriegsverbrechen (z.B. Einsatz von Uran-Waffen in Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libanon, Gaza…) der Nato und des israelischen Staates.

    Die Linke Sachsen sollte zeigen, dass sie mit politischer Vernunft die derzeitig ablaufenden Entwicklungen beschreiben kann.

    Es werden in dieser Partei einfach zu viele politische Inhalte nicht debattiert. Es fehlt wirkliche Anteilnahme und Interesse für übergeordnete Fragen, die der täglichen Routine aus Wahlkampf, Vorstandssitzungen und Plenartagungen abgehen. Schreiben werden nicht beantwortet, Termine für Gespräche nicht eingehalten. Personen die non-konform auftreten und missliebige Botschaften transportieren, werden gemobbt und ausgegrenzt. Die Kommunikation mit maßgeblich verantwortlichen Parteimitgliedern, mit linxxnet und linksjugend läuft entweder auf halbprivater, vertraulich-informeller Ebene oder gar nicht. Es kann nicht sein, dass andere Parteimitglieder wie politische Gegner behandelt werden, um so die Kommunikation über nicht genehme Themen, Fragen und Fakten verweigern zu können.

    Wir sind bereit konstruktive Vorschläge zur Weiterentwicklung der Partei anzubieten. Im Zusammenhang mit der gescheiterten Parteineugründung in Sachsen (95% der vorm. WASG-Leute fehlen heute) stehen allerdings die Entschuldigungen noch aus.

    Mit freundlichen Grüßen

    R. Nitschke (Mtgl. Die Linke KV Erzgebirge)
    K. Mauersberger
    Politik- und Medienanalyse Sachsen
    (ehrenamtlich, kritisch, unabhängig)

  2. Thomas Pietsch sagt:

    Ich habe so oft an das aufgeschriebene Recht geglaubt. Es beschränkt sich auf Glauben und nicht auf die Praxis. Auch das Medienrecht wird zur Hure eines Strategiespiels und unterliegt offensichtlich nicht dem Sachlichkeitsgebot. Die Zentralorgane und Fernsehsender der neoliberalen Einheitssoße kann sich der Mensch hier im Land schadfrei vom Hals halten. Selbst Google mischt Kritik verschwunden und organisiert Kindermalwettbewerbe mit Bildchen von Merkel, Köhler und Deutschlandhype. Die Linke soll die eigenen medialen Möglichkeiten nutzen. „SO“ zum Beispiel http://www.linke-bildung-kultur.de. Eine Linke mit nur Rückenwind nutzt nur statische Kräfte und ist beschränkt Kursstabil. Das Thema „Mit eigener Kraft“? Kommt da echt falsch an. So viele Mitglieder hat sie nicht. Wahlkampf passiert MIT Wählern. Das hat die Linke im Bundestag sehr gut begriffen. Die Publikation von Regierungsabsichten mit der SPD geht nach Hinten los. Das bestimmt möglicher Weise im Saarland Edwin Kohl und in Thürigen Herr Ackermann nach der Bundestagswahl, wobei letzterer schon die Gesetzesvorlagen für das Bundeskanzleramt schreibt und dort kräftig Party feiert. Ob dieser da auch die Kanzlerin eingeladen hat kann ich mit Bestimmtheit nicht sagen. Auch ist die SPD, der grüne B90 und die CDU für die Armut im Land und die Krise verantwortlich. Oder wer stimmte für die Gesetze die Armut produzieren und füttert heute die „Heuschrecken“?
    Lasst Euch nicht veralbern. Das Beispiel Hessen hat es gezeigt. Nutzt die Dynamik der Sympatisanten sozialer Kompetenz. Das Ziel kann unter den heutigen Zuständen +50% sein. Auch eine starke Opposition bestimmt die Themen der Politik mit.
    Solidarität, Humanität und soziale Kompetenz kommt von der Seite des Herzens.
    Das schlägt LINKS.

  3. Solaris Post sagt:

    Sehr geehrter ml, sh, rs, Redaktion und werte Vorstände.
    Zu einer erfolgreichen Wahlkampfstrategie gehört:

    1. Ein bisschen mehr Ehrlichkeit täte allen gut. Ehrlichkeit ist jedoch wohl eine ethische Kategorie und das geht heute in der modernen Linken schon nicht mehr. Oder? Wer bekennt sich zu einer sozialistischen, antikapitalistischen Ethik? Und wäre dann Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ein Teil davon? Warum, liebe Genossen im Forum Demokr.Soz., im BAK Shalom, in Sachsen… ist das eigentlich ein so schwieriges und anstrengendes Thema für Euch?
    Nehmt Euch ein Beispiel an den Leuten Leute um Christoph Hörstel, Elsässer, Nuoviso.tv,…, die Kriegsverbrechen der NATO offen legen (Hörstel spricht von “der Durchorganisierung einer Verbrecherbande”) und zeigen, dass diese tatsächlich unter massiven Völkerrechtsbruch agiert und die BWehr verfassungswidrig eingesetzt ist. Die Nato ist anzuprangern und die Angstmanipulateure ganz besonders. Das sind die Aufgaben der Linken. Und selbstverständlich ständig die Einhaltung der UN-Charta und des Grundgesetzes fordern. Es gibt hierbei keinen Interpretationsspielraum. Diese Umdeutungsversuche von “Verteidigung” und die Ausweitung des Sicherheitsbegriffs widersprechen dem Recht auf Entwicklung, dem Gebot der friedlichen Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Systeme und Weltanschauungen, dem Gewaltandohungsverbot usw. , die ganze Liste UN-Charta. Hier braucht nichts Neues erfunden zu werden.

    2. Für eine Ausweitung des Wählerpotentials gibt noch viel zu tun: Aufklärung, Aufklärung, saubere Informationen und Fakten … Die Linke muss bei sich anfangen, sie braucht ebenfalls einen innerparteilichen “Rat der guten Regierung” (d.h. einen aus Basisvertretern gebildeten Beirat zur Kontrolle des Vorstands und der Fraktionsmitglieder(!) eben mehr Basiseinfluss), aber auch mehr ernsthafte, arbeitsfähige Foren (reale nicht virtuell), AG’s die Ergebnisse bringen.

    3. Die Opportunisten und Machtmenschen in der Partei müssen basisdemokratisch kontrolliert werden. Die ehm. linke EU-Abgeordnete S.-Y. Kaufmann ist keine Ausnahme, davon gibt es noch mehr (u.a. in ihrem ehm. Büro in Leipzig)(1). Der Nachwuchs ist mehr oder weniger desorientiert, hilflos, ja und eben auf Karriere aus. Warum kommt es zu solch merkwürdigen personellen Besetzungen wie den überführten Denunziant und Lügner Benjamin Krüger als Büroleiter von Bodo Ramelow (http://www.steinbergrecherche.com/08dielinke.htm#Denunziant) oder den shalom-Aktivisten und Pseudolinksradikalen in Sachsens Jugend, deren Einseitigkeit und Kommunikationsunfähigkeit auf eine massive Beeinträchtigung ihrer Politikfähigkeit schließen lässt, die trotzdem die seit Jahren personell und inhaltlich die JugendOrganisation der Linken in Sachsen bestimmen. Es drängt sich die Frage auf, welche Kreise aus Vorständen und Fraktionen diese Ausrichtungen befördern und mittragen. In dem Zusammenhang ist die Entwicklung in der SPD eine Warnung: “SPD-Spitze arbeitet für andere” (Albrecht Müller, http://www.nachdenkseiten.de/?p=4169) Das ist anders nicht mehr erklärbar. Es tun sich Abgründe auf. In dem Projekt der herrschenden Eliten, die linken Bewegungen und Parteien nach rechts zu verschieben, kompatibel zu machen zur neuen deutschen Imperialen Außen- und Militärpolitik, ist die Linke als zu beeinflussendes Objekt ebenso wichtig wie die SPD.

    4. Es wird durchgehend mit Betrug und Täuschung gearbeitet, um die Psychologie der Massen zu bearbeiten und in die gewünschte Richtung zu lenken. Die Folge ist u.a. die Hochkonjunktur von Verschwörungsszenarien im Internet, politische Apathie und Verzweiflung.
    Das stellt alle Linken gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Wir sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen in Verfechter und Kritiker der offiziellen Version vom 11.9. 2001. Aber dieses Jahrhundertverbrechen und seine Hintergründe sollte auch von der Partei die Linke aufgegriffen werden, um nicht mitverantwortlich zu sein, für die weitreichenden Folgen. Wir sollten zeigen dass, wir mit politischer Vernunft(2) die derzeitig ablaufenden Entwicklungen beschreiben können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Solaris Post

    Anmerkungen:
    (1) In diesem Zusammenhang wäre interessant zu erfahren, worin die spezifische Tätigkeit der Frau Kaufmann für die Linke bestand und wie lange die Kontakte zur SPD-Führungsebene schon andauerten. Sie erhielt regelmäßig ihre ganzen Seiten im Neuen Deutschland um ihre ganz spezielle, aber kaum realitätstüchtige Sichtweise der EU verbreiten zu können. Der sächsische Landesverband ist verpflichtet diese mutmaßlich parteischädigende Arbeit ihres Büros in Sachsen parteiöffentlich aufzuarbeiten.
    (2) Auch wenn es immer eine kleine Minderheit (z.B. BAK Shalom oder ostdeutsche Landesvorstände) gibt, die davon nicht zu beeindrucken sein wird.

  4. Solaris Post sagt:

    noch zu Anmerkung 2):

    Was BAK-Shalom beschweigt: Zum Beispiel Norman Finkelstein.

    Die israelische Regierung hat 2008 dem US-Juden und weltbekannten Publizsten Finkelstein für zehn Jahre die Einreise nach Israel verweigert. Er vertritt u.a. folgende Position:

    „Der Zionismus ist unvereinbar mit den Vorstellungen der US-Juden, die sich mehrheitlich als „liberals“ verstehen. Er erwähnt, daß im letzten der ca. fünf israelischen Kriege gegen Libanon die Hisbollah etwa 3000 Splitterbomben eingesetzt hat; die israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben etwa 4,6 Millionen Splitterbomben über dem Südlibanon abgeworfen, 90% davon, nachdem klar war, daß ein Waffenstillstand zustand kommen würde. 30% dieser Splitterbomben detonierten nicht sofort und wirken seitdem auf den südlibanesischen Feldern wie Minen.

    Finkelstein berichtet, daß es nach der Vernichtung der europäischen Juden etwa 100 000 jüdische Überlebende gab. Für sie hatte Europa (überwiegend Deutschland) 10 Milliarden Dollar an jüdische Organisationen zur Verteilung übergeben. Jeder Überlebende hätte somit durchschnittlich 100 000 Dollar Entschädigung bekommen können. Stattdessen steckten die jüdischen Organisationen das weitaus meiste Geld in die eigene Tasche.

    20 Jahre lang hatte Finkelstein für die Entschädigung seiner von den Nazis ausgepreßten und gequälten Mutter gekämpft. Sie bekam schließlich 3000 Dollar.

    Für 2009 hat Finkelstein ein weiteres Buch angekündigt: A Farewell to Israel: The coming break-up of American Zionism [etwa: Abschied von Israel. Der bevorstehende Verfall des amerikanischen Zionismus, T:I:S].
    http://steinbergrecherche.com/asfinkelstein.htm

    Interview im österreichischen Falter 22/09:

    „Der Holocaust ist nur mehr ein Theater“
    Der jüdische US-Politologe Norman Finkelstein darf nicht an Wiens Uni sprechen. Was hätte er dort gesagt?
    GESPRÄCH: STEFAN APFL

    Mit seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ sorgte Norman Finkelstein für internationalen Aufruhr. Seine öffentlichen Auftritte sind seither von Protesten begleitet. Diesen Mittwoch hätte er an der Wiener Universität einen Vortrag über den Gaza-Konflikt halten sollen. Das Rektorat sagte den Auftritt nach Interventionen der Israelitischen Kultusgemeinde ab. Stattdessen wird Finkelstein nun in einem Döblinger Hotel sprechen.

    Falter: Ihre Auftritte lösen weltweit Proteste aus. Provozieren Sie gerne?

    Norman Finkelstein: Diese Proteste sind eine Taktik der Verzweiflung. Denn die Unterstützer Israels wissen sehr gut, dass sie die israelische Politik nicht länger verteidigen können. Es ist schwer, den Einsatz von weißem Phosphor auf Krankenhäuser und Schulen zu rechtfertigen. Deshalb versuchen jüdische Organisationen, öffentliche Diskussionen über Israels Politik im Vorhinein zu verhindern.

    Sie nennen den jüngsten Gaza-Krieg ein Massaker Israels.
    Finkelstein: Ein Krieg setzt zwei Seiten voraus, die aufeinander feuern. Das war hier nicht der Fall. Von den 13 toten Israelis waren drei Zivilisten. Unter den 1400 toten Palästinensern waren 83 Prozent Zivilisten.

    Israel beharrt auf sein Rech tauf Selbstverteidigung, weil Hamas-Extremisten Kassam-Raketen auf israelisches Territorium feuerten.
    Finkelstein: Das ist absurd. Wenn Israel wirklich die Raketenangriffe hätte been¬den wollen, warum haben sie dann keine Hamas-Stellungen angegriffen, sondern Krankenhäuser, Schulen, Moscheen und Fabriken? Israel wollte die arabische Welt einfach wieder das Fürchten lehren.

    Mit dem umstrittenen Buch „Die Holocaust-Industrie “ erregten Sie 2000 Internationale Aufmerksamkeit. Darin schreiben Sie, dass jüdische Organisationen den Holocaust missbrauchen, um Kritik an Israel zu verhindern.
    Finkelstein: Heute ist das Buch nicht mehr umstritten. Viele Leute verwenden meine Argumente.

    Auch Rechtsextreme.
    Finkelstein: Wenn etwas wahr ist, ist es wahr. Egal, wer es sagt. Wir sollten eine Botschaft nicht nach ihrem Überbringer beurteilen. Die Menschen sind es leid, dass Israel den Holocaust für seine mörderische Politik ausnutzt. Außerdem bestreitet nie¬mand mehr, dass Israel und jüdische Organisationen den Holocaust instrumentali¬siert haben, um Geld für die Überlebenden zu erpressen. Viele haben aber nie etwas von diesem Geld bekommen.

    Gilt dies auch für Europa?
    Finkelstein: Europa ist ein seltsamer Ort. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was die Politiker, und dem, was die Bürger denken. Angela Merkel etwa glaubt, dass der Zweite Weltkrieg noch immer andauert und sie der letzte Anti-Nazi ist, der Hitler in seinem Bunker töten muss. Sie ist total wahnsinnig. Gleichzeitig denkt die Mehrheit der Deutschen, dass Deutsch- land Israel nichts mehr schuldet.
    Wo kippt denn gesundes und produktives Gedenken in Missbrauch und Übertreibung?
    Finkelstein: Ich lehne staatlich gefördertes Gedenken ab. Heute wird damit Politik be¬trieben. In Deutschland ist der Nazi-Holo¬caust nur mehr ein Theater, in dem jeder zeigen kann, wie gut und mutig er ist.

    Vor zwei Wochen attackierten vermummte Jugendliche KZ- Überlebende bei einer Gedenkveranstaltung im österreichischen Ebensee mit Soft Guns. Wie soll man solchen Entwicklungen entgegenwirken?

    Finkelstein: Wissen Sie, wie viel Leid und Hunger es auf der Welt gibt? Wie viele Menschen gefoltert und ermordet werden, während wir sprechen? In Pakistan sind gera¬de 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Und ich soll mir den Kopf darüber zerbrechen, ob der Holocaust jugendliche Österreicher kümmert oder nicht?

    Sie denken offensichtlich, dass dem Holocaust 64 Jahre nach Ende des Zweiten Welt¬kriegs zu viel Bedeutung beigemessen wird.
    Finkelstein: Es ist keine Frage von Bedeutung. Wenn das Gedenken jemanden für menschliches Leid sensibilisiert, dann wäre das gut und unterstützenswert. Aber das tut es nicht. Jeder, der darüber redet, hat ein finanzielles oder politisches Interesse. Ob es darum geht, Israels Kriminalität zu rechtfertigen oder die Reinheit der Deutschen zu beweisen. Ich ertrage das Wort Holocaust nicht mehr, weil es jeglichen moralischen Inhalts entbehrt.

    Bald werden die letzten Überlebenden des Nazi-Regimes tot sein. Wie wird sich der Umgang mit der Shoah dadurch verändern?

    Finkelstein: Die Überlebenden hätten von vornherein nichts mit dem Gedenken zu tun haben sollen. Sie wurden von Anfang an von der Politik instrumentalisiert.

    In Österreich wurden sie für einen sehr guten Zweck unterstützt. Etwa haben sie in den vergangenen Jahrzehnten tausende Schulen besucht und Millionen von Österreichern ihre Geschichten erzählt.

    Finkelstein: Jeder beansprucht für sich, im Widerstand gewesen oder ein Holocaust-Überlebender zu sein. Meine Mutter sag¬te, wenn jeder ein Überlebender ist, der das behauptet, wen hat Hitler dann eigentlich ermordet? Das ist alles Unsinn, das sind Märchen. Jeder, der für sich beansprucht, für Holocaust-Überlebende zu sprechen, ist ein Gauner, inklusive Simon Wiesenthal.

    Mit seiner Nazi-Jagd und seiner Mahnung war er sehr wichtig für Österreich.

    Finkelstein: Ach, was hat er getan? Er hat aus der Nazi-Jagd eine große Industrie für sich selbst gemacht. Hätte man etwa Adolf Eichmann früher fassen wollen, dann hätte man das auch getan. Das war aber lan¬ge politisch unbequem. Man hat ihn erst geschnappt, nachdem Israel sich dazu entschlossen hatte, eine große Holocaust-Show zu inszenieren. Das Simon Wiesenthal Center ist wahrscheinlich die grö߬te Gaunerei auf Gottes Erden.

    Im Rahmen der Operation Last Chance jagt das Simon Wiesenthal Center die letzten lebenden Nazi-Kriegsverbrecher.

    Finkelstein: Ach, hören Sie mit der Jagd auf! Wen Sie jemanden jagen wollen, gehen Sie nach Israel und nehmen die gesamte Regie¬rung fest, für das, was sie in Gaza und im Libanon getan hat! Ich bin die Nazi-Jagd leid! Wir sprechen von Menschen, die 90 Jahre alt sind! Welchen Sinn hat diese Jagd?

    Gerechtigkeit.

    Finkelstein: Gerechtigkeit? Ich habe Neuigkeiten für Sie: Dafür ist es zu spät. Wenn die Menschen an Gerechtigkeit interessiert ge¬wesen wären, dann hätten sie gleich nach dem Weltkrieg die Gelegenheit dafür ge¬habt. Aber sie hatten anderes zu tun. Wir haben 2009. Meine Eltern, die wirkliche Überlebende waren, sind seit 15 Jahren tot, und Sie kommen mir mit Gerechtigkeit! Wenn Sie Gerechtigkeit wollen, dann öff¬nen Sie die Grenzen zu Gaza!

    Kürzlich wurden vier US-Amerikaner verhaftet, die zwei New Yorker Synagogen sprengen wollten.
    Finkelstein: Ich sage Ihnen etwas: Israel hat in Gaza 30 Moscheen zerstört und 15 wei¬tere beschädigt. Sie haben die Minarette von jeder Moschee gesprengt. Das war die Kristallnacht von Gaza.

    Das lässt sich schwer miteinander vergleichen.
    Finkelstein: Warum, sind Synagogen mehr wert als Moscheen?

    Sind die jeweiligen Hintergründe nicht zu unterschiedlich? Der Hintergrund für die Kristallnacht war das Dritte Reich, Hitler ließ Konzentrationslager errichten, um die Juden auszurotten.

    Finkelstein: Gaza ist ein großes Konzentrationslager!

    Ist Barack Obama eine Hoffnung für Frieden im Nahen Osten?

    Finkelstein: Es gibt keinen Grund, etwas zu erhoffen. Gott hilft denen, die sich selbst helfen. Das sage ich als Atheist.

    „Israel hat in Gaza dreißig Moscheen zerstört. Das war die Kristallnacht von Gaza.“

    Zur Person
    Der Provokateur
    Norman Gary Finkelstein wurde am 8. Dezember 1953 als Sohn zweier jüdischer Holocaust-Überlebender geboren Mit seinen provokanten Thesen über die Verarbeitung des Holocausts und die Konflikte im Nahen Osten polarisiert der Princeton-Absolvent seit den 1980er Jahren. Den Höhepunkt sener Bekanntheit und Umstrittenheit erreichte er im Jahr 2000 mit dem Buch „Die Holocaust-Industrie“
    http://steinbergrecherche.com/20090500FinkelsteinFalterInterview.doc

    Webtipps
    normanfinkelste.com Website von Finkelstein
    —————–

    Nach wie vor verweigern BAK-shalom und ihre Unterstützer im sächsischen Landesverband Die Linke jede Kommunikation zum
    Thema Israel/Palästina . Auch Leute aus dem BundesParteivorstand
    erhalten keine Antworten auf notwendige Fragen:
    http://www.jungewelt.de/2009/09-14/055.php

    Was ist das für eine politische Kultur bzw. für ein Politikverständnis? Der ParteiBasis dürfte das im großen und ganzen unbekannt sein. Aber genau das wäre wichtig, dass die Mitglieder erfahren was los ist.

    Mit solidarischen Grüßen
    Solaris Post

  5. RN sagt:

    Die Realität der linken Berufspolitiker besonders hier im Osten, ist ein von den Institutionen Partei und Parlament geprägter Arbeitsalltag. Kurz unterbrochen von irrationalen Wahlkampf-Escapaden.

    Dies steht im extremen Kontrast zum real existierenden Dahinleben der Massen. Es konnte beobachtet werden, dass LINKE-Politiker nach erfolgreicher Wahl das „errungene“ Mandat, auch wenn sie nur auf sicheren Listenplätzen nominiert waren, als verdienten Lohn eines aufopferungsvollen Einsatzes wahrnehmen, und einer „Mich-lieben-doch-alle“-Metalität und damit vielerei inhaltliche Kritik abbügeln können.
    Inhaltliche Kritik wird oftmals als persönliche Beleidigung wahrgenommen, (wie ein Anruf des Autors in der Geschäftsstelle dieser Tage wieder mal zeigte) was aber auch mit dem verbreiteten narzisstischen Persönlichkeitsprofil erklärt werden könnte.

    Ein Punkt ist mir noch wichtig:
    Das in Sachsen und der BRD durch linke Berufspolitiker offenbarte Politikverständnis kann Menschen, die unter “Because we are too many” fallen, also täglich gezeigt bekommen, dass sie überflüssig sind, auf lange Sicht richtig aggressiv machen. Es kommt niemand mit der Gewissheit, später einmal auf Brauchbarkeit, Nutzen oder Unbrauchbarkeit abgeklopft zu werden, auf die Welt. Wer schließlich überdeutlich durch eine Aneinanderreihung von Misserfolgen darauf gebracht wird, dass er/sie zu den Unbrauchbaren zählt, ist nicht unbedingt gut drauf, oder?

    Wo zeigen Politiker der LINKEN in ihrer täglichen Parteiarbeit und gegenüber engagierten Menschen dazu eine Haltung: Wollt Ihr das eigentlich, dass Leute nicht gebraucht werden? Seit Ihr insgeheim vielleicht sogar froh, dass Ihr so gesehen auf der Sonnenseite Eurer Wohlfühl-Kleingruppe gut leben könnt? Was trennt Euch von der Schattenseite? Ein Unfall? Eine chronische Krankheit? Eine Wirtschaftskrise?

    Ein Bsp. für die Unfähigkeit berechtigte Kritik anzunehmen, für Selbstbeweihräucherung. In Sachsen gibt es jetzt ein Jubiläum: 5 Jahre WASG, 3 Jahre Die Linke, als nichtöffentliche(!) Feierstunde am 27.8. in Hellerau, kommt also bitte alle zahlreich!

    Früher gabs für geringqualifizierte Personen noch reichlich Jobs am Fließband, Lager und am Bau. Aber Automatisierung, just in time Lieferung und Professionalisierung am Bau haben diese Leute schlichtweg überflüssig gemacht dies will aber niemand wirklich warhaben, dass wir Leute mit mangelhafter Ausbildung und Sprachkompetenz nicht mehr gebrauchen können. Auch nicht in der LINKEN.

    RN
    Mtgl. Emali Sachsen
    LAG FIP Sachsen

  6. RN sagt:

    es muss natürlich heißen: …will aber niemand wirklich wahrhaben, dass wir Leute mit mangelhafter Ausbildung und Sprachkompetenz nicht mehr gebrauchen können. Auch nicht in der LINKEN.

    wahrhaben kommt von Wahrhaftig, wahrheitsgemäß…