Warum wir nicht mit „Guter Arbeit“ plakatieren…

Auch in Vorbereitung der Landtagswahlkampagne wurden unsere Slogans debattiert. Klar. Da hat man dann einen Haufen Vorschläge auf dem Tisch und sortiert aus. Geht, geht nicht, geht gar nicht, halt: Der Klassiker: „Gute Arbeit“. Ja klar. Machen wir doch drauf. Das ist doch auch unsere Kernkompetenz. Wir stehen doch für gute Arbeit. So: Faire Arbeitsbedingungen. Gut bezahlt, damit man davon Leben kann. Machen wir. Oder eben doch nicht. Warum?

Deshalb:*

CDU-Großfläche zur Landtagswahl

*) Manchmal ist es nämlich komisch: Man meint, genau zu wissen, was hinter einem Begriff steht und dann verwenden ihn glatt auch alle anderen. Selbst die, bei denen man weiß, dass deren Vorstellungen diametral den eigenen gegenüberstehen. So wie bei der CDU. Die macht seit 25 Jahren mit ihren wechselnden Mehrheitsbeschaffern eine Politik des Niedriglohnes. Sie verkauft niedrige Löhne – und damit unsichere Existenz der Bevölkerung Sachsens – als Standortvorteil. Das plakatiert eine CDU, die gemeinsam mit ihrem Partner FDP gerade im Bundesrat gegen den Mindestlohn gestimmt hat. Im Namen Sachsens. Eigentlich ist dann so ein Plakat mit „Guter Arbeit“ ein Tritt ins Gesicht. Aber weil ein Plakat eben ein Plakat ist und kein Kurzwahlprogramm, kann man schlecht drunterschreiben: „Gute Arbeit, aber anders als die CDU es meint, nämlich…“. Dann sucht man sich eben andere Begriffe. Wir sprechen deshalb diesmal von „angemessenen Einkommen“. Zum einen, weil wir meinen, dass angemessen heißt, dass jeder davon leben können muss. Und zum anderen, weil Einkommen eben noch mehr bedeutet als Lohn. Das ist auch Rente, in einem Land, in dem massive Altersarmut droht. Das sind auch die Sozialleistungen. Das ist einfach inklusiver als einfach nur von „Guter Arbeit“ oder „Guten Löhnen“ zu sprechen. Deshalb.**

**) Nein, ohne Mist. Die Debatte gab es. Und wir hatten sowas geahnt. *uff*