Moritzbastei, Leipzig – Gleich hinten links

Gestern TV geschaut? Und erkannt, wo wir da gesessen haben? In der Moritzbastei in Leipzig. In der Veranstaltungstonne hatten wir uns für die Schalten aus dem MDR-Studio häuslich eingerichtet. Warum? Ganz einfach: Es sieht toll aus. Und viel wichtiger: Die Moritzbatei ist nicht nur irgendein Gebäude in Leipzig. Der alte Bateibau war nämlich bis 1974 mit Kriegsschutt verfüllt.

Bis sich Studierende der Uni Leipzig gesagt haben, dass das, was da unter Schutt liegt, eigentlich ein veritabler Studentenkeller sein könnte. Und dann haben sie angefangen zu buddeln. Und nebenbei die größte Schwarzbaustelle der DDR aufgemacht. Später wurde das dann doch noch legalisiert. Aber die Studierenden haben solidarisch und gemeinsam eine Leistung vollbracht, dieses Bauwerk freizulegen. Und machten so aus der größten Schwarzbaustelle der DDR den größten Studentenclub Europas.

Heute wird die MB übrigens von der Moritzbastei gGmbH betrieben, deren Unternehmenszweck es ist, das Gebäude zu erhalten. Das Haus selbst gehört der Stiftung Moritzbastei. Einer Tochter der Universität Leipzig. Die MB ist bis heute Ort studentischer Kultur. Umso mehr mussten wir da einfach hin, um uns auch solidarisch zu zeigen mit demn derzeitigen Protesten an den Hochschulen im Freistaat. Die drohenden Kürzungen schneiden der Hochschullandschaft in Sachsen ins Fleisch. Kein Wunder, dass sich da massivster Protest erhebt. Übrigens: Direkt nebenan feierten die Protestler der Uni Leipzig „Protestbergfest“. Da mussten wir danach auch mal Hallo sagen gehen. Schön war’s.